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Nach Zalando-Entscheidung: Konstruktive Gespräche mit Fokus auf Beschäftigten


Erstellt von Thüringer Finanzministerium

Im Erfurter Rathaus hat auf Einladung von Oberbürgermeister Andreas Horn heute ein Krisentreffen zur Zukunft des Zalando-Standorts Erfurt stattgefunden. Das Unternehmen, vertreten durch Personalchefin Dr. Astrid Arndt, machte dabei nochmals deutlich, an der Schließung seines Logistikzentrums zum September 2026 festhalten zu wollen, sicherte jedoch weitreichende Unterstützung bei der künftigen Beschäftigungs- und Standortsicherung zu.

Weitere Teilnehmerinnen des Gesprächs waren die Ministerinnen für Finanzen, Wirtschaft und Arbeit Katja Wolf, Colette Boos-John und Katharina Schenk sowie die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Thüringen Mitte, Irena Michel, und der Abteilungsleiter Wirtschaftsförderung der LEG Thüringen, Herbert Stütz, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

Die Menschen stehen im Fokus

Im Fokus des Gesprächs hätten ganz klar die betroffenen Menschen gestanden, konkret: das gemeinsame Hinwirken auf unmittelbare Weiterbeschäftigungen der Mitarbeitenden, sagte Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn: „Egal welchen beruflichen oder sozialen Hintergrund die Beschäftigten haben, wir unterstützen sie dabei, in Erfurt zu bleiben und hier eine Anschlussbeschäftigung zu finden.“ Diesen Prozess werden alle Beteiligten geordnet und gemeinsam mit Zalando begleiten.

Katja Wolf, Finanzministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin, betont: „Die Landesregierung bekennt sich dazu, hier gemeinsam und geschlossen zu agieren. Die Beschäftigten bei Zalando können sich auf unsere vollste Solidarität verlassen.“

Wolf enttäuscht: Keine Chance, um Brücken zu bauen

Wolf zeigt sich dennoch enttäuscht darüber, dass die Entscheidung Zalandos nicht umkehrbar ist. „Ich wollte Brücken bauen, um dem Standort noch eine Chance zu geben. Dass das nicht möglich ist, bedauere ich.“

Den Blick nach vorn richtet Colette Boos-John, Wirtschaftsministerin in Thüringen: „Die Entscheidung zur Standortschließung bedaure und kritisiere ich weiterhin. Jetzt geht es aber darum, nach vorn zu schauen und neue Perspektiven für die Beschäftigten von Zalando zu schaffen. Das schließt die Suche nach Folgelösungen für den Zalando-Standort im Erfurter Güterverkehrszentrum ein. Auf diese Aufgaben werden wir uns in Zusammenarbeit mit allen Akteuren ab sofort konzentrieren.“

Boos-John: Zalando an seinen Zusagen messen

Dass Zalando eine weitreichende Unterstützung des bevorstehenden Übergangsprozesses angekündigt habe, begrüßte die Ministerin: „An dieser Zusage muss sich Zalando am Ende messen lassen.“

„Unser Ziel ist, bis Ende des Jahres allen fast 3.000 betroffenen Menschen, dazu zählen auch die Beschäftigten der zugehörigen Dienstleister, eine berufliche Zukunft zu bieten“, fasst Katharina Schenk, Thüringens Arbeitsministerin, zusammen. „Diesbezüglich ist nun auch Zalando gefragt. Nach Jahren der Förderung durch das Land und einem Weihnachtsgeschäft, das der Konzern nur dank der engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Erfurt stemmen konnte, muss nun das Unternehmen seinen Teil leisten und sich finanziell engagieren, um einen sozialverträglichen Übergang zu gewährleisten.

Schenk: Lippenbekenntnisse reichen nicht aus

Lippenbekenntnisse reichen dafür nicht aus. Mit Blick auf die hohe Zahl an Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund oder einer Schwerbehinderung, wollen wir berufliche Perspektiven aufzeigen, um sie in Stadt und Land zu halten. Eventuell könnten auch bei anderen Arbeitgebern inklusive Arbeitsplätze geschaffen werden.“

Qualifikation und Flexibiltät sind großes Plus der Zalando-Beschäftigten

Irena Michel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Thüringen Mitte, betont: „Die Mitarbeitenden bei Zalando sind qualifizierte, hochmotivierte Menschen. Sie sind flexibel und schichtbereit, das ist ein großes Plus auf dem Arbeitsmarkt.“ Sie sei vorsichtig optimistisch, dass die Aufgabe, die Beschäftigten durch individuelle oder Weiterbildungsmaßnahmen zu vermitteln, gelingen kann.

Sie betont außerdem: „Wichtig ist jetzt, dass die Mitarbeitenden wissen: Niemand wird allein gelassen, wir unterstützen sie!“ Die Agentur für Arbeit bekommt vor Ort bei Zalando Räumlichkeiten, die sie für ihre Arbeit nutzen kann. Für jeden Mitarbeitenden kann dort eine Lösung gefunden werden. Mit dem Büro vor Ort werden schnelle Absprachen und individuelle Fallprüfungen möglich.

Unternehmen sagt Unterstützung zu

Zalando hat dafür vollste Unterstützung zugesichert. Dr. Astrid Arndt, Personalvorständin, bekräftigte: „Das Unternehmen wird seiner Verantwortung gerecht werden. Gemeinsam mit unserem Betriebsrat erarbeiten wir jetzt die nächsten Schritte und werden den heute begonnenen Dialog mit der Stadt Erfurt und der Thüringer Landesregierung fortsetzen.“

Negativ auch für Wirtschaftsstandort Erfur

Die Entscheidung ist auch für den Wirtschaftsstandort Erfurt dramatisch. Damit kein langer Leerstand im Güterverkehrszentrum entsteht, soll auch hier gemeinsam nach Lösungen gesucht werden. Das Objekt befindet sich in Privateigentum. Zur weiteren Nutzung der Immobilie sollen zeitnah Gespräche mit Zalando, dem Eigentümer, der Stadt, dem Land und der Landesentwicklungsgesellschaft geführt werden.

Außenansicht Dienstgebäude des Thüringer Finanzministeriums

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